Mediation am Schloss Seefeld

Strand mit Krebspuren im Sand

Mediation in Familienkonflikten - Ein Praxisbeispiel aus Ungarn: 20 Jahre Stiftung für Beziehungsbereitschaftsdienste (Kapcsolatalapítvány)

Konflikte in Familien kennen keine Grenzen. Sie sind da, unabhängig von Wohnort, sozialem Status, interkulturellen Unterschieden. Die Menschen verhalten sich überall auf dieser Welt gleich, wenn es um Liebe, Trennung und Kinder geht, egal ob in New York, München, Budapest oder Krakau. Die Beratungsstellen, die Gerichte und die Anwälte kommen jedoch an ihre Grenzen, wenn sie erkennen, dass sie die Beteiligten durch Therapie, Beratung, rechtlichen Rat oder richterliches Urteil nicht erreichen. Die Konfliktmuster wiederholen sich, weil das „Problem“ nicht bei dem „schwierigen“ Kind oder bei den „unmöglichen“ Eltern, sondern bei deren täglichen Miteinander liegt. Die anderen Familienmitglieder (Großeltern, Geschwister, Onkel, Tante) und auch Freunden, Arbeitskollegen und Vorgesetzten nehmen die Konflikte mit unterschiedlicher Intensität wahr, geben gut gemeinte Ratschläge oder wenden sich ab. Sie sind Konfliktbetroffene oder Zuschauer.
Was kann die Konsequenz sein? Partnerschaften scheitern, Familien zerfallen, die Eltern werden den Anforderungen an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr gerecht oder bekommen gesundheitliche Probleme. Die Kinder flüchten in eine von den Medien geprägte Welt, suchen die Geborgenheit in sozialen Netzwerken, ihren Selbstwert beim Konsum, die Ablenkung beim Alkohol oder zeigen einen übersteigerten Geltungsanspruch.

Gibt es dafür eine Lösung? In den frühen 80-er Jahren haben Mitarbeiter einer Erziehungsberatungsstelle in Ungarn folgende Erkenntnis gemacht: 80 % der Jugendlichen mit hohem Alkoholkonsum und Gewaltbereitschaft stammten aus geschiedenen Ehen und hatten keine oder nur eine schlechte Beziehung zu ihrem Vater. Die Mitarbeiter haben etwas Neues ausprobiert: sie haben samstags die Beratungsstelle geöffnet und eine Eltern-Kind Begegnungsstätte organisiert, betreut von Psychologen und Sozialpädagogen. In den 90-er kam dann die Methode der Mediation dazu. Damit wurde der Weg in die professionelle Vermittlung in Familienkonflikten geebnet. 1992 – genau vor 20 Jahren - wurde die Stiftung für Beziehungsbereitschaftsdienste – Kapcsolatalapítvány - gegründet. Heute vermitteln in 58 landesweit organisierten Beziehungsbereitschaftsdiensten geschulte Mediatoren in Familienkonflikten – auch bei Konflikten mit pubertierenden Jugendlichen - im Interesse des Kindeswohls und aufgrund gesetzlicher Grundlagen mit staatlicher Unterstützung. Ein Erfolgsprojekt aus Ungarn, welches in unseren Augen Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient.

Für Ihre Fragen steht Ihnen unser Mediationsbüro gern zur Verfügung!